Shabby Chic Möbel

Vintage ist trendy und meint ähnlich immer eine Wiederauflage klassischer Muster. Heute finden sich diese aufbereiteten Möbel in jedem Markt, Originale aus den 60er Jahren sind hingegen kaum zu bekommen. Doch dazu gleich mehr.

Einrichten mit Shabby Chic?

Vielmehr sollte man sich im Klaren sein, dass eine Einrichtung mit Vintage Möbel viel Mut und vor allem Kreativität erfordert. Vor allem wenn wir uns dazu noch den Shabby Chic Stil hinzuziehen, doch dazu später mehr. In der Regel sind dies sehr selbstbewußte, ausfüllende Stücke, die eine Wohnung leicht zum Museum machen können. Um das zu vermeiden, sollten man auf eine Durchmischung der Stile, Epochen und auch der Materialien setzen. Vintage vereint sich wunderbar mit ultramodernem Style, jedoch nur, wenn die einzelnen Solitäre, also Sonderstücke, sich nicht gegenseitig behindern und in ihrer Wirkung abschwächen. Das ist leichter gesagt als getan, lässt sich aber üben und sehr schnell herausfinden. Nur ein wenig Bereitschaft zum Lernen sollte da sein und wer meint, er wisse schon alles, könnte bei Vintage Möbeln wirklich Schwierigkeiten bekommen. Die Sonderregeln gelten fast immer und sollten unbedingt berücksichtigt werden.

Wer zum Beispiel auf sonderbar geformte Sessel von Jacobsen setzt, der sollte einer solchen Sitzgelegenheit auch immer genüge Raum drum herum geben, sonst sticht sich der Sessel am Ende noch mit einem ähnlichen Möbelstück in der Nähe aus. Vintage freilich soll ja gerade durch seine Präsenz wirken!
Auf der anderen Seiten macht Einrichten mit Vintage Elementen einen Riesenspaß, da die Wohnung oder das Haus ungemein innovativ und doch klassisch wirken.

Es empfiehlt sich deshalb eine neutrale Gestaltung der Zimmer und Flure: Boden, Wände und Decken sind möglichst in neutralen Farben zu halten. Holz fügt sich natürlich gern in ähnlicher Farbe zusammen, wobei gleichzeitig auch ein hoher Kontrast für zusätzlichen Reiz sorgen kann. Wer will bezieht sein Vintage Sofa besonders auffällig oder lackierte die Lampe vom Trödelmarkt knallig bunt – den Vorstellungen sind keine Grenzen gesetzt. Die persönliche Note eines jeden Designers (und für die auf Masse produzierenden Kopisten) muss gefallen und jeder entscheidet selbst, was für ein Zusammenspiel sinnvoll und ästhetisch gelungen ausfallen mag. Der klare Vorteil von Vintage Möbeln liegt in ihrem Charakter, weshalb sich allerdings auch bereits bestehende Einrichtungsgegenstände als künftig fehl am Platze erweisen könnten.

Shabby Chic Kaufen?

Wo aber bekommt man denn nun diese wunderbaren Möbel? Wie in der freien Marktwirtschaft üblich, gibt es unterschiedlichste Kanäle und Möglichkeiten, hinzu kommt natürlich ein riesiges Preisgefälle.
Wer zum Beispiel ein Original – Jugendstil Sofa kaufen möchte, muss nicht nur sehr lange suchen, er wird auch entweder nur sehr schlecht erhaltene oder unbezahlbare Exemplare vorfinden. Auktionshäuser wissen um diesen Trend und bieten kostbare Möbel mittlerweile aus allen Epochen an. Internationale Bieter, gerade aus Amerika und Asien, sind schwer an solchen Sachen interessiert, zahlen Höchstpreise – und nutzen die wunderschönen Stücke dann meistens gar nicht. Es ist da so ähnlich wie mit dem Picasso, den sich ein unterbelichteter, aber reicher russischer Schnösel kauft: Er kopiert das Bild, gibt damit an, das Original freilich verschwindet im dunklen Keller hinter den Wodkaflaschen. Im Ernst: Es ist natürlich so, dass viele Vintage Möbel, die wirklich jede Einrichtung aufwerten könnten, in gesicherten Anlagen, Lagerhallen, Bunkern und was weiß ich noch alles gelagert werden, schlicht, um die erwartete Wertsteigerung irgendwann ausnutzen zu können. Leute, die dergleichen machen, haben oft nicht mal das Wissen um diese Form der Kunst, sie verehren allein den schnöden Mammon! Das Möbelstück gilt ihnen nichts, es könnte auch eine andere Sache sein – wichtig ist allein der Profit. Demgegenüber gibt es natürlich auch ehrenwerte Sammler, die manchmal sogar ihre Möbel an öffentliche Museen verschenken und sie damit der Öffentlichkeit in gewisser Weise zugänglich machen. Doch das ist die Ausnahme.

Eine andere Möglichkeit ist der Flohmarkt, doch muss ich leider allen, die nun auf gute Infos hoffen, sagen: Vergesst es! Klar, es kann schon mal passieren, dass man eine Art Déco Lampe aufstöbert, von der der Verkäufer nicht weiß, was diese Wert sein könnte – doch ist das mittlerweile eine echte Ausnahme. Der Trend des Vintage ist einfach zu bekannt und jeder wird versuchen, daraus Kapital zu schlagen.
Also bleibt nun noch der Weg ins triviale Möbelhaus? Dort gibt es Vintage und Shabby Chic Stil, natürlich, allerdings kopiert (Was nicht schlecht sein muss!) und meistens in billigem Material. Der scheinbar wuchtige, sehr präsente Sessel im Bauhaus-Style fängt dann nach ein paar Wochen an zu quietschen und auf dem Nierentisch zeige sich erste Kratzer. Grundsätzlich ist es natürlich auch eine gute Sache, wenn die Massen einen Trend ebenso ausleben können, doch ist das billige Möbelhaus nicht unbedingt die Lösung für alle, die auf der Suche nach ein wenig echtem Glanz sind.

Deshalb: Fachgeschäfte sind sicher die beste Lösung! Sie stellen eine Art Mittelweg dar, da sie gezielt Originale verkaufen, dabei jedoch nicht das höchstpreisige Sortiment anbieten. Auch haben sie die sehr interessanten Designer der Gegenwart im Programm, welche den Vintage Stil und auch den Shabby Chic Stil wieder aufnehmen und dabei hervorragendes Interieur erschaffen. Dort wird man zudem gut beraten und hat die Sicherheit, dass es sich beim Produkt um etwas wirklich qualitativ Akzeptables handelt.

Probleme mit Vintage Möbeln

Ich will auch noch das Problem der Fälschungen erwähnen: Da Vintage Möbel begehrt sind und manchmal Höchstpreise erzielen, gibt es unbestritten auch viele Elemente, die an diesem Trend kräftig mitverdienen wollen. Da werden in China Fabriken hochgezogen, die allein Kopien solcher Sachen herstellen und wenn wir mal ehrlich sind, dann ist die ganze Ikea – Erscheinung eine einzige Fälschung, wenigstens aber ein Eklektizismus geschicktester Machart! In jedem Fall drohen Interessierten Schwierigkeiten. Nicht nur, dass sie vielleicht viel Geld für eine perfekt gearbeitete Kopie bezahlen, wenn sie das Stück aus dem Ausland mitbringen, gibt’s vielleicht sogar noch Ärger an der Grenze. Schließlich ist diese Art von Schmuggel aus verständlichen Gründen verboten und das scheinbare Schnäppchen wird dann zum teuren und wertlosen Ballast. Freilich gibt es Fälschungen, die sind so exakt nachgebaut, dass es nicht nur eines Fachmanns, sondern auch eines Philosophen braucht, um den Unterschied noch beziffern zu können.
Immer ist die Verarbeitung ein wichtiger Punkt. Bei teuren Fälschungen wird oft am Gewicht gespart, gerade bei Sesselfüßen, die früher extrem aufwendig gegossen wurden. Dazu kommt als wichtiger Ausweis der Preis: Ist dieser scheinbar sehr günstig, ist das Möbelstück fast immer gefälscht. Klar, manchmal hat eine Oma noch was aussortiert und einen guten Tag, aber das ist so selten wie Originalität in China. Deshalb sollte man vorsichtig sein und immer einen Fachhändler zu Rate ziehen.

Zusammengefasst: Shabby Chic ist ein toller neuer Trend. Vintage ist eine ganz wunderbare Sache. Es ist wie eine Art Zeitreise in Epochen, als Kunst und Repräsentation noch etwas galten. Zugegeben, damals waren es die oberen Schichten, die sich solche Möbel in die Häuser stellten, doch schon der berühmte Nierentisch aus den 60er war ein Designerstück auf Masse, wie es Ikea wohl in hundert Jahren nicht erfinden dürfte. Dort blendet man die Leute mit Farben und angeblich ökologisch wertvollen Materialien, was ja von mir aus auch in Ordnung ist. Aber wo bleibt der Geschmack, wo der Blick für das wirklich Schöne, Gelungen, Originelle? Kein Wunder, wenn moderne Designer auch bei Möbeln wieder auf Vintage setzen, zu kpmpliziert ist die Installation tragender Trends in unserer Massengesellschaft. Wer auf Vintage setzt, fühlt sich damit auch einer Lebenssicht zugehörig, die Geschmack, Klasse und nicht zuletzt auch Verstand zu den höchsten Gütern zählt.

Fashion und Design

In meinem Blog möchte ich über Trends berichten. Trends sind dabei im weitesten Sinne zu verstehen, denn um über Trends zu schreiben, reicht es vielen sogenannten Journalisten schon aus, sich die neuen Kollektionen in der Vogue anzusehen und schon von dem neuen Streifen-Trend oder dem Blümchen-Trend zu reden. Freilich wissen diese Leute oft kaum mehr als das, was ohnehin schon in der Zeitung steht und wenn man sich dann fragt, was ein Trend überhaupt ist und warum gerade dieses oder jenes ein Trend sein soll, ist Schweigen die Antwort.
Klar, das Wort ist nicht kompliziert, geläufig und wohl jeder kann es auch irgendwie erklären. Grob meint ein Trend dabei natürlich irgendeine Bewegung, die sich zwar beobachten, aber eher schwer messen lässt. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an den Kult, welcher vor einigen Jahren um die Zahnspange getrieben wurde! Es ist unzweifelhaft, dass Zahnspangen zumindest in ihren üblicherweise klumpigen Ausfertigung keine ästhetisch wertvolle Verschönerung darstellen und trotzdem wollten plötzlich eine Menge Teenager diese Gestelle in ihren Kiefern verankern. Schmerzen und eine eingeschränkte Mundhygiene waren ihnen gleichgültig, es ging schlicht nur darum, die Prominenten zu imitieren. Von denen hatten sich wohl einige zu dieser Akzentuierung entschieden, wohl wissend, dass sie nur etwas ausprobierten und keinesfalls eine Spange als Dauerzustand wünschten! Aber das war egal, der Trend funktionierte.
Werbung und Trendsetter, zum Beispiel Designer, versuchen natürlich, Trends künstlich herzustellen und davon zu profitieren. Aber wie ist das möglich? Wie lässt sich ein „Zeitgeist“ erfassen und dann in irgendwelche, scheinbar in genau dieser Aufmachung begehrten Produkte zu packen? Das zu verstehen, ist unsere erste Aufgabe und ich werde auch immer wieder solche grundsätzlichen Fragen stellen. Einige andere Blogs, die auch auf Trends und Neuigkeiten achten, sind oft ziemlich oberflächlich und bieten nur dünnes Geschwafel von Leuten, die sich irgendwie wichtig machen wollen. Meistens berichten sie auch gar nichts Bedeutsames, sondern plappern wie schlechte Journalisten alles nach und stellen das auch noch als eigene Sicht dar!

Ein wenig Genauigkeit und eine zugleich neugierige Sichtweise können meiner Meinung nach nicht schaden – Viel Spaß beim Lesen!